Sowohl in der katholischen Kirche als auch in den evangelischen Freikirchen ist es allgemein bekannt, dass Jeschua am Karfreitag gestorben ist. Das Abendmahl soll davor am Gründonnerstag stattgefunden haben. Viele Christen verschiedener Konfessionen sowie Freikirchen mit ihren unterschiedlichen Strömungen glauben an diese Version der katholischen Darstellung mit dem chronologischen Ablauf von Abendmahl (Donnerstag), Kreuzigung (Freitag) und Auferstehung (Sonntag).
Wir werden nun mithilfe der Heiligen Schrift bzw. der Bibel prüfen, ob diese katholische Lehre mit Gottes Wort übereinstimmt. Die Prophetie des Jonah ist ein guter Hinweis.
Matthäus 12,40
Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.
Jona 2,1
Und der HERR entsandte einen großen Fisch, der Jona verschlingen sollte; und Jona war im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte lang.
Wie der Prophet Jonah muss Jeschua drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde verbringen. Das heißt, sobald er getötet wird, wird er drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde, im Scheol, verbringen.
Im Matthäus-, Markus-, Lukas- und Johannesevangelium gibt es mehrere Stellen zum „drei Tage und drei Nächte“. Hier sind einige davon aufgeführt.
Matthäus 16,21
Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.
Markus 8,31
Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen.
Markus 9,31
Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen.
Markus 10,33–34
33 Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den obersten Priestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern; 34 und sie werden ihn verspotten und geißeln und anspucken und ihn töten; und am dritten Tag wird er wiederauferstehen.
Die katholische Version wirft ein Problem auf, da sie dem, was in der Bibel steht, widerspricht. Die katholische Version besagt, dass Jeschua am Karfreitag beerdigt und am Sonntag auferstanden ist.
Das würde bedeuten, dass er zwei Nächte und einen Tag im Schoß der Erde verbracht hat. Dies steht im Widerspruch zum Evangelium, in dem berichtet wird, dass Jeschua drei Tage und drei Nächte im Totenreich weilte.
Allein deshalb wird schnell klar, dass diese katholische Version nicht der Wahrheit entspricht.
Die Heilige Schrift bestätigt, dass Jeschua am ersten Tag der Woche nach Mozaeh Schabbat (Ausgang des Schabbat) auferstanden ist.
Markus 16,1–6
16 Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Gewürze, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sehr früh am ersten Tag der Woche, als die Sonne aufging, kamen sie zu dem Grab. 3 Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang des Grabes?
4 Und als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß. 5 Und sie gingen in das Grab hinein und sahen einen jungen Mann zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken. 6 Er aber spricht zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten!
Wenn man drei Tage und drei Nächte in Stunden umrechnet, bedeutet ein Tag zwölf Stunden und eine Nacht ebenfalls zwölf Stunden. Multipliziert man nun 3 x 12 mit 3 x 12, ergibt sich ein Ergebnis von 72 Stunden.
Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass Jeschua spät abends gestorben ist. Logischerweise muss er somit 72 Stunden später, also am Samstag Abend kurz nach Mozaeh Schabbat, auferstanden sein.
Da Jeschua kurz vor Pessach mit seinen Jüngern das Abendmahl gefeiert hat, wissen wir, dass Pessach am 15. Nisan beginnt. Jeschua muss demnach am 14. Nisan gestorben sein. Joseph von Ramatajim (Joseph von Arimathäa) hat den Leichnam am Abend ins Grab gelegt, sodass die drei Tage und drei Nächte begannen. Wie Markus berichtet, wurde Jeschua also vor großen Schabbatbeginn (Schabbat Ha-Gadol) beerdigt. Damit erfüllte sich auch die Prophetie des Jeschajahu (Jesaja), dass Jeschua im Grab eines Reichen liegen würde.
Lukas 23,50–54
50 Und siehe, ein Mann namens Joseph aus Arimathia, einer Stadt der Juden, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann, 51 der ihrem Rat und Tun nicht zugestimmt hatte, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete, 52 dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu; 53 und er nahm ihn herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein in Felsen gehauenes Grab, worin noch niemand gelegen hatte. 54 Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.
Jesaja 53,9
9 Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.
So lässt sich ein chronologischer Ablauf anhand von Bibelstellen erstellen:
Dienstag, der 13. Nisan
Abend vor Sonnenuntergang: Abendmahl mit den Jüngern
Mittwoch, der 14. Nisan
Nachts: Jeschua wurde verhaftet.
Morgens/Mittag: Jeschua wird verhört und von Pontius Pilatus verurteilt.
Spätnachmittag: Jeschua wurde gekreuzigt und starb.
Abend: Joseph von Ramatajim (Joesph von Arimathäa) legt den Leichnam Jeschuas ins Grab. Gleichzeitig beginnt die Zeit von drei Tagen und drei Nächten. Der Schabbat Ha-Gadol, der große Schabbat zu Pessach, beginnt.
Donnerstag, der 15. Nisan:
Der erste Pessach-Tag gilt als hoher Schabbat.
Der Schabbat Ha-Gadol endet abends nach Sonnenuntergang.
Jeschua hat eine Nacht und einen Tag im Grab verbracht.
Freitag, der 16. Nisan:
Die Frauen kaufen Öle und Salben für Jeschua zur Vorbereitung auf den wöchentliche Schabbat.
Abend: Der wöchentliche Schabbat beginnt
Jeschua hat zwei Nächte und zwei Tage im Grab verbracht.
Samstag, der 17. Nisan:
Der wöchentliche Schabbat beginnt und es ist Ruhetag.
Abend: Jeschua hat drei Nächte und drei Tage im Grab verbracht.
Jeschua ist am Samstag Abend auferstanden. 72 Stunden waren vergangen, seit Joseph von Ramatajim (Joseph von Arimathäa) Jeschua beerdigt hatte. Dies geschah am ersten Tag der Woche.
Sonntag, der 18. Nisan:
Am Morgen haben die Frauen Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome das Grab leer vorgefunden.
Zusammenfassung: Jeschua ist nicht am Karfreitag, sondern am 14. Nisan vor Pessachbeginn gestorben und am ersten Tag der Woche, also am Samstagabend, auferstanden.